cst Lüneburg. Die Nachricht des Tages übermittelte Eberhard Manzke fast nebenbei: Das Kapital der von dem vielseitigen Unternehmer ins Leben gerufenen ,.Friedensstiftung Günter Manzke" wird von bisher 100 000 auf 250 000 Mark erhöht. Damit sollen noch mehr Vereine, Gruppierungen, Initiativen und Einzelpersonen, die sich um den äußeren und inneren Frieden verdient machen, gefördert werden, erklärte Manzke am Sonnabend in Volkstorf unter großem Beifall anläßlich der Verleihung der Förderpreise 1997. In diesem Jahr zeichnete die 1995 ins Leben gerufene „Friedensstiftung Günter Manzke" vier Projekte aus und bedachte zwei weitere mit Anerkennungsbeträgen. Superintendent i. R. Martin Voigt — allseits bekannt als kluger Kopf und glänzender Rhetoriker — hielt die teils nachdenkliche, teils launige Laudatio auf die ebenso stolze wie | bunte Schar der zu Ehrenden und stellte deren Initiativen ausführlich vor. „Wer Nächstenliebe übt, mit Phantasie, Herz und Verstand, der lindert Not und bereitet Freude dort, wo Elend und Not und Unruhe zu wachsen drohen. Nächstenliebe ist das Urbild für Frieden", unterstrich Voigt und spannte damit den Bogen zwischen Sinn und Zweck der Friedensstiftung und dem Einsatz der Geehrten. Mit 5000 Mark bedachte die Friedensstiftung die „Udmurtien Initiative", welche von der SPD-Kreistagsabgeordneten Ingeborg Stoephasius und Privatdozent Dr. Dietrich Schulz, Chef der Kinderklinik im Städtischen Krankenhaus, ins Leben gerufen wurde. Diese Initiative versorgt schon seit geraumer Zeit die einzige Kinderklinik in der ehemaligen Sowjetrepublik Udmurtien — etwa 1500 Kilometer östlich von | Moskau — mit medizinisch-technischem Gerät zur Rettung von sogenannten Frühchen, also von Babys, die zu früh auf die Welt kommen und nur unter größtem Aufwand über die ersten kritischen Wochen gebracht werden können. Zu Tränen gerührt war Jacqueline Wolf, Vorsitzende des Ausländerbeirats der Stadt Lüneburg, bei Entgegennahme ihres Preises in Höhe von 3 000 Mark. Damit honorierte die Stiftung den selbstlosen Einsatz Frau Wolfs für die Integration ausländischer Mitbürger. 2 500 Mark gingen an den Trucker-Club 1986. Die dort vereinigten „Kapitäne der Landstraße" haben in den vergangenen Jahren vielfach ihren Jahresurlaub geopfert, um mit ihren schweren Lkw dringend benötigte Hilfslieferungen nach Estland, Polen, Rumänien oder Weißrußland zu bringen. Ebenfalls 2 500 Mark nahmen | Schülerinnen und Schüler der Klasse 10Fl des Johanneums für ihr Engagement für die Initiative „Menschen im Müll" entgegen. Studienrätin Gisela Müller und ihre Schützlinge unterstützen mit vielfaltigen Aktionen die aus Deutschland stammende Ordensschwester Maria, die sich seit 1966 in der ägyptischen Hauptstadt Kairo darum kümmert, daß koptische Christen und arabische Familien der untersten Schicht ein menschenwürdiges Leben führen können und sich nicht mehr von den Mülldeponien der Riesenstadt bedienen müssen. Mit Anerkennungsbetragen von jeweils 1000 Mark ehrte die Stiftung die Bosnische Kinderflüchtlingshilfe Adendorf e.V. (Initiator: Kai Stapelfeld) und die maßgeblich von Frau Anke Cohrs in Gang gesetzte Initiative des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) für Westafrika, welche ein Health-Center in Gambia unterstützt. |