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LZ-Serie (27): Wie geht's eigentlich Wolfgang Senne?

Freunde im fernen Udmnrtien gefunden

Endlich geschafft: Wolfgang Senne hält den symbolischen Schlüssel in der Hand, freut sich 1973 mit dem früheren Stadtbaurat Leymann über den Umzug des Johanneums in den Neubau. Bis 1994 leitete er die Schule, dann zwang ihn eine schwere Herzkrankheit In den vorzeitigen Ruhestand. Bis heute muß der 63jährige Medikamente schlucken -„aber es geht, ich will ja nicht auf Berge klettern".

Foto: A/mac

hdr Lüneburg. Mit dem Flugzeug bis Moskau und dann noch 23 Stunden mit der Bahn bis an den Ural: Da liegt Ischewsk, eine Stadt, die Wollgang Senne fast wie Lüneburg ans Herz gewachsen ist. Und das hat seinen Grund vor allem in den Menschen, mit denen er sich angefreundet hat. Viel Besuch bekommt der frühere Direktor des Johanneums und heutige Vorsitzende des Bürgervereins in seinem Haus am Göxer Weg aus dem fernen Udmurtien, einer autonomen, russischen Republik. 21 Jahre leitete Senne das Jojo, er war einer der Wegbereiter für den Umzug von der Haage-Straße an die Theodor-Heuss-Straße. Jetzt fragte ihn die LZ: Wie geht's eigentlich?
„Das macht unglaublich viel Spaß, die Reisen und die Gäste in Lüneburg bereichern mein Leben." Osteuropa fasziniert Wolfgang Senne so sehr, daß es im Ruhestand zu einem Mittelpunkt geworden ist, nicht nur Rußland und Ischewsk, sondern auch Wongrowitz, polnische Partnerregion des Landkreises.
Sein Interesse am Osten wuchs, als in den 80ern die ersten Spätaussiedler kamen. Den Pädagogen Senne bedrückte es, daß Schüler Probleme mit der deutschen Sprache hatten. Und seitdem engagiert er sich auch als Privatmann für sie: „Meine Frau Annegret und ich haben sechs Aussiedler-Familien sozusagen adoptiert. Die Kinder wohnten manchmal wochenlang bei uns, wir haben sie mit in den Urlaub genommen, damit sie Deutsch im Alltag lernen."
Die Eingliederung von Spät-aussiedlern beschäftigt Senne

 

auch als überzeugten Kaltenmoorer und Vorsitzenden des Bürgervereins. Anfangs waren die Leute bemüht, ihre. Sprachkenntnisse, zu vertiefen. Inzwischen beobachte ich einen Wandel. Da gibt es ganze Blöcke in Kaltenmoor, in denen nur noch russisch gesprochen wird", sagt Senne. Die Leute läsen russisch, sähen russische Videos, kauften im russischen Geschäft ein, das es seit kurzem im Stadtteil gibt. „Da besteht die Gefahr einer Ghettobüdung. Diese Entwicklung quält mich sehr."
Über den Bürgerverein, der regelmäßig in der Rot-Blau-Weißen Mappe Lob, Tadel und Wünsche an die Stadt anmeldet, arbeitet Senne für Lüneburgs Wohl. Inzwischen sogar mit wissenschaftlicher Unterstützung: 20000 Fragebögen sind verteilt worden, Uni-Studenten werten aus, was die Bürger in Lüneburg ärgert oder freut. Ein altes wie aktuelles Problem sieht Senne etwa in Schmierereien an Hauswänden — „graphische Gewalt".
Via Bürgerverein macht sich Senne auch für engere Verbindungen zwischen den Städten Lüneburg und Ischewsk stark. Aus den ersten Kontakten, die ein Freundeskreis um den Schulrektor Wilhelm Tietje aufgebaut hat, „sind schon ganz erstaunliche Dinge entstanden". So planen der Chefarzt der städtischen Kinderklinik, Dr. Dietrich Schulz, und die Kreistagsabgeordnete Ingeborg Stoephasius im November den Transport einer kompletten Frühgeborenen-Station nach Ischewsk. Die Geräte sind aus dem Erlös einer LZ-Spendenaktion beschafft worden. Für Senne ist klar: Er reist wieder mit zum Ural.


Aus einer in deutscher Sprache erscheinenden russischen Zeitschrift erfährt Wolfgang Senne viel über das Land seines Interesses. Foto: ta.


LZ-Serie (27): Wie geht's eigentlich Wolfgang Senne?

Freunde im fernen Udmnrtien gefunden

Endlich geschafft: Wolfgang Senne hält den symbolischen Schlüssel in der Hand, freut sich 1973 mit dem früheren Stadtbaurat Leymann über den Umzug des Johanneums in den Neubau. Bis 1994 leitete er die Schule, dann zwang ihn eine schwere Herzkrankheit In den vorzeitigen Ruhestand. Bis heute muß der 63jährige Medikamente schlucken -„aber es geht, ich will ja nicht auf Berge klettern".

Foto: A/mac

hdr Lüneburg. Mit dem Flugzeug bis Moskau und dann noch 23 Stunden mit der Bahn bis an den Ural: Da liegt Ischewsk, eine Stadt, die Wollgang Senne fast wie Lüneburg ans Herz gewachsen ist. Und das hat seinen Grund vor allem in den Menschen, mit denen er sich angefreundet hat. Viel Besuch bekommt der frühere Direktor des Johanneums und heutige Vorsitzende des Bürgervereins in seinem Haus am Göxer Weg aus dem fernen Udmurtien, einer autonomen, russischen Republik. 21 Jahre leitete Senne das Jojo, er war einer der Wegbereiter für den Umzug von der Haage-Straße an die Theodor-Heuss-Straße. Jetzt fragte ihn die LZ: Wie geht's eigentlich?
„Das macht unglaublich viel Spaß, die Reisen und die Gäste in Lüneburg bereichern mein Leben." Osteuropa fasziniert Wolfgang Senne so sehr, daß es im Ruhestand zu einem Mittelpunkt geworden ist, nicht nur Rußland und Ischewsk, sondern auch Wongrowitz, polnische Partnerregion des Landkreises.
Sein Interesse am Osten wuchs, als in den 80ern die ersten Spätaussiedler kamen. Den Pädagogen Senne bedrückte es, daß Schüler Probleme mit der deutschen Sprache hatten. Und seitdem engagiert er sich auch als Privatmann für sie: „Meine Frau Annegret und ich haben sechs Aussiedler-Familien sozusagen adoptiert. Die Kinder wohnten manchmal wochenlang bei uns, wir haben sie mit in den Urlaub genommen, damit sie Deutsch im Alltag lernen."
Die Eingliederung von Spät-aussiedlern beschäftigt Senne

 

auch als überzeugten Kaltenmoorer und Vorsitzenden des Bürgervereins. Anfangs waren die Leute bemüht, ihre. Sprachkenntnisse, zu vertiefen. Inzwischen beobachte ich einen Wandel. Da gibt es ganze Blöcke in Kaltenmoor, in denen nur noch russisch gesprochen wird", sagt Senne. Die Leute läsen russisch, sähen russische Videos, kauften im russischen Geschäft ein, das es seit kurzem im Stadtteil gibt. „Da besteht die Gefahr einer Ghettobüdung. Diese Entwicklung quält mich sehr."
Über den Bürgerverein, der regelmäßig in der Rot-Blau-Weißen Mappe Lob, Tadel und Wünsche an die Stadt anmeldet, arbeitet Senne für Lüneburgs Wohl. Inzwischen sogar mit wissenschaftlicher Unterstützung: 20000 Fragebögen sind verteilt worden, Uni-Studenten werten aus, was die Bürger in Lüneburg ärgert oder freut. Ein altes wie aktuelles Problem sieht Senne etwa in Schmierereien an Hauswänden — „graphische Gewalt".
Via Bürgerverein macht sich Senne auch für engere Verbindungen zwischen den Städten Lüneburg und Ischewsk stark. Aus den ersten Kontakten, die ein Freundeskreis um den Schulrektor Wilhelm Tietje aufgebaut hat, „sind schon ganz erstaunliche Dinge entstanden". So planen der Chefarzt der städtischen Kinderklinik, Dr. Dietrich Schulz, und die Kreistagsabgeordnete Ingeborg Stoephasius im November den Transport einer kompletten Frühgeborenen-Station nach Ischewsk. Die Geräte sind aus dem Erlös einer LZ-Spendenaktion beschafft worden. Für Senne ist klar: Er reist wieder mit zum Ural.


Aus einer in deutscher Sprache erscheinenden russischen Zeitschrift erfährt Wolfgang Senne viel über das Land seines Interesses. Foto: ta.


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"Santa Lingua" // Summer. 6 session, 2009

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